Vom Neuanfang zur Premiere: Laura startet beim SwimRun Rheinsberg

Als Laura beim SwimRun Rheinsberg an den Start geht, ist das für sie weit mehr als nur ein Wettkampf. Es ist ein weiterer Meilenstein auf ihrem Weg zurück ins Sportlerinnenleben. Erst 2023, kurz nach ihrer Brustkrebserkrankung, wagte sie den Wiedereinstieg in den Sport und nahm am Berliner Frauenlauf teil. Nach der belastenden Therapie musste sie ihren Körper Schritt für Schritt wieder an Bewegung gewöhnen.
„Ich war zwar schon vorher gelaufen, aber durch die Erkrankung natürlich geschwächt“, erzählt sie. Um wieder sicher Fuß zu fassen, meldete sie sich für einen Vorbereitungskurs an. Dort lernte sie nicht nur die richtige Lauf- und Atemtechnik, sondern gewann auch neues Vertrauen in ihren Körper. Viele der Tipps von damals begleiten sie bis heute – sogar beim SwimRun.
Rein ins kalte Wasser
Dass sie heute ausgerechnet bei einem SwimRun startet, hätte Laura vor wenigen Monaten selbst kaum für möglich gehalten. Denn eine der größten Herausforderungen wartete für sie nicht auf der Laufstrecke, sondern im Wasser. „Bis vor etwa einem Monat konnte ich noch nicht einmal richtig Brustschwimmen, also mit dem Kopf unter Wasser und Schwimmbrille.“
Gemeinsam mit ihrem (Team-)partner Philip arbeitete sie intensiv an ihrer Technik. Inzwischen beherrscht sie nicht nur das Brustschwimmen, sondern lernte sogar das Kraulschwimmen, eine Schwimmtechnik, die beim SwimRun besonders hilfreich ist, da sie die Beine schont und Kraft für die Laufabschnitte spart.
Auch die ungewöhnliche SwimRun-Ausrüstung war anfangs gewöhnungsbedürftig. Neoprenanzug, nasse Laufschuhe, Pull Buoy und Paddles, das alles muss während des gesamten Rennens mitgeführt werden. Was zunächst kompliziert und schwer wirkte, stellte sich als weniger belastend heraus als gedacht. „Man gewöhnt sich wirklich schnell daran“, sagt Laura. Mit jeder Trainingseinheit wird die Ausrüstung weiter optimiert und besser an die eigenen Bedürfnisse angepasst.
Gemeinsam statt gegeneinander
Beim SwimRun Rheinsberg startet Laura gemeinsam mit Philip. Für beide zählt dabei nicht die Platzierung, sondern das Erlebnis. Da es beim SuperSprint in diesem Jahr keine Zeitwertung und keine Sieger:innenehrung gibt, steht der sportliche Wettbewerb ohnehin nicht im Mittelpunkt.
Viel wichtiger ist ihnen, die Herausforderung gemeinsam zu meistern und unterwegs Spaß zu haben. Philip verfolgt dabei nur ein kleines persönliches Ziel: Er möchte Laura dazu motivieren, mindestens eine der beiden Schwimmstrecken im Kraulstil zu absolvieren. Laura nimmt das mit einem Lachen auf.
Sport als Weg zur eigenen Stärke
Für Laura bedeutet Sport heute weit mehr als Bewegung. Nach ihrer Brustkrebserkrankung half er ihr dabei, ihren Körper wieder aufzubauen – aber auch, mental neue Kraft zu finden.
„Man versinkt dadurch nicht im Selbstmitleid“, sagt sie. Stattdessen habe sie sich immer wieder neue Ziele gesetzt. Jeder erreichte Meilenstein sei ein Erfolg gewesen, den sie bewusst feiern konnte. Gleichzeitig helfe ihr der Sport dabei, den Kopf freizubekommen. Während des Trainings rücke die Krankheit in den Hintergrund. Im Fokus stehe nur der nächste Schritt, der nächste Zug im Wasser oder der nächste Kilometer.
Mut macht den ersten Schritt
Ihre eigene Geschichte möchte Laura an weitergeben. Sie wünscht sich, dass mehr Menschen den Mut finden, etwas Neues auszuprobieren, selbst dann, wenn sie sich zunächst unsicher fühlen. „Auch wenn man vielleicht noch nicht besonders gut schwimmen kann, lässt sich vieles lernen, wenn man wirklich Lust darauf hat.“ Besonders empfiehlt sie den SwimRun-Vorbereitungskurs von SCC EVENTS. Dort wird nicht nur die Technik vermittelt, sondern auch die Sicherheit, sich auf diesen besonderen Sport einzulassen. Dieses Angebot von SCC EVENTS, dem Organisator des SwimRun Rheinsberg, bringt die Teilnehmenden nicht nur dem Sport SwimRun näher, sondern bereitet spezifisch auf das Event in Rheinsberg vor.
Auch Philip hebt hervor, was den Sport für ihn so besonders macht: die Gemeinschaft. Beim SwimRun spiele es keine Rolle, wer man ist oder woher man kommt. Entscheidend seien die Freude an der Bewegung, die Natur und der gegenseitige Zusammenhalt. Man unterstütze sich, grüße sich auf der Strecke und gehöre schnell dazu.
Für Laura beginnt mit dem Startschuss zum SwimRun in Rheinsberg deshalb nicht einfach ein neues sportliches Abenteuer. Es ist der nächste Beweis dafür, wie viel möglich wird, wenn man Schritt für Schritt den Mut findet, neu anzufangen.
Alles passt, jetzt geht es wirklich los
Die ersten Gedanken nach dem Aufwachen am Wettkampfsonntag gehören sofort dem SwimRun in Rheinsberg. Trotz des grauen Himmels und Regen überwiegt die Vorfreude auf das Rennen. Als der Regen rechtzeitig zum Start nachlässt, entsteht dieses typische Gefühl eines besonderen Renntages: Alles passt, jetzt geht es wirklich los. Bereits die Fährfahrt nach Warenthin wird zu einem ersten Höhepunkt: Lachen, Aufregung und gespannte Erwartung mischen sich an Bord, während sich die Gruppe gemeinsam auf das Abenteuer einstimmt.
In der Startaufstellung spürt Laura leichte Aufregung, bleibt aber fokussiert. Der Gedanke an das erste Schwimmen trägt sie durch die letzten Minuten vor dem Start. Dann fällt der Startschuss und das Rennen beginnt mit einem turbulenten Einstieg ins Wasser. Enge Situationen, viele gleichzeitig startende Athlet:innen, ein kurzes Durcheinander. Doch schnell sortiert sich alles und Laura und Philip finden ihren Rhythmus.
Im Wasser fühlt sich Laura schließlich richtig in Rheinsberg angekommen. Der See wird zum Ruhepol, die Anstrengung wandelt sich in ein Gefühl von Leichtigkeit. Gemeinsam mit Teampartner Philip entsteht ein harmonischer Ablauf: Er vorweg, sie lässt sich ziehen, schwimmt mit und vertraut dem Team. Genau jetzt entsteht Sicherheit: Schwimmzug um Schwimmzug.
Ein besonderer emotionaler Moment
Die Wechsel zwischen Wasser und Land fordern Kraft. Der Körper muss sich jedes Mal neu sortieren, von der Horizontalen in die Vertikale. Doch mit jeder Wiederholung wird dieser Rhythmus vertrauter, die Unsicherheit weicht zunehmend einer Routine.
Ein besonderer emotionaler Moment entsteht am Grienericksee. Dort öffnet sich der Blick auf das Schloss Rheinsberg. Ein Bild, das sich einprägt und gleichzeitig ankündigt: “Jetzt wartet die längste Schwimmstrecke”, weiß Philip zu berichten. Während des Schwimmens rückt die Kulisse wieder in den Hintergrund, der Fokus liegt ganz auf dem Team, der Leine, dem gemeinsamen Vorankommen.
Nach der Überquerung des Sees und dem letzten Ausstieg über eine Treppe ist das Ziel bereits spürbar nah. Die Stimmung entlang der Strecke trägt Laura förmlich durch das Finale: lautstarke Anfeuerung, engagierte Volunteers und eine Atmosphäre, die Gänsehaut erzeugt. Mit jedem Schritt wächst das Gefühl, es gleich geschafft zu haben.
Finish mit reichlich Belohnungen
Auf den letzten 200 Metern wird die Emotion greifbar. Stolz, Erleichterung und pure Freude mischen sich, während Laura gemeinsam mit Philip dem Ziel entgegenläuft. Und dann fügt sich alles zusammen: das Finish, der persönliche Wunschsong, die jubelnden Zuschauer:innen, ein Moment, der alles trägt.
Im Ziel folgen die kleinen großen Belohnungen: Umarmung von Philip, Medaille, Erdbeerspieß, alkoholfreies Bier und vor allem das Gefühl, etwas Besonderes geschafft zu haben. Ein Kuss, ein Lächeln, ein tiefes Durchatmen.
Am Ende bleibt nicht nur Zufriedenheit, sondern echte Begeisterung. Der SwimRun Rheinsberg wirkt nach, “fast so, als sei die Strecke zu kurz gewesen”, sagt Laura. Für Laura steht fest: Dieses Erlebnis war nicht nur ein Wettkampf, sondern ein emotionaler Schritt nach vorn und ganz sicher nicht der letzte SwimRun.
Insgesamt nahmen an der zehnjährigen Jubiläumsveranstaltung in Rheinsberg circa 550 Teilnehmer:innern aus 17 verschiedenen Nationen teil. Alle Zeiten und Sieger:innen finden sich auf der Website bei den Ergebnissen. Bilder des gesamten Veranstaltungstags präsentiert die Foto-Galerie.









